„Am Anfang einer Innovation steht die gute Idee“

Der Weg zu Innovationen kann für viele Unternehmen mitunter lang sein. Viele von ihnen setzen daher auf Innovationsmanager.

Dr.- Ing. Stephan Oertelt ist Innovationsmanager der BMW Group. Im Interview verrät er, wie Innovationen in Unternehmen entstehen und welche Rolle digitale Technologien dabei spielen.

Welche Aufgaben hat ein Innovationsmanager im Unternehmen?

Dr. Stepahn Oertelt: Ein Innovationsmanager bedient ein vielfältiges Aufgabenfeld, da der Innovationsprozess aus mehreren Phasen mit unterschiedlichen Anforderungen besteht: Von der Strategieformulierung über die Multiprojektsteuerung bis zur Unterstützung des Transfers zum internen oder externen Kunden.

Bei einem großen Themenportfolio werden diese Aufgaben auf mehrere Rollen aufgeteilt. Grundsätzlich ist das Innovationsmanagement als Netzwerk- und Unterstützungsfunktion zu sehen. Als weiterführende Lektüre zu diesem Thema kann ich „Der Innovationsmanager: Wertsteigerung durch ein ganzheitliches Innovationsmanagement“ empfehlen.

Wie kann das vorhandene Wissen im Unternehmen zu Innovationen führen?

Oertelt: Am Anfang einer Innovation steht die gute Idee. Der Zündfunke dazu entsteht meiner Meinung nach, wenn die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Personen zusammentrifft. Dieser Vorgang geschieht zumeist zufällig und ist auch schwierig zu beschleunigen, da nicht die Menge der Ideen sondern deren Qualität den Erfolg ausmacht.

Letztlich könnte man versuchen, die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens durch eine Transparenz über die Innovationsaktivitäten im Unternehmen zu verbessern. Als nächster Schritt muss aus der guten Idee eine Invention entwickelt werden. Dieser Vorgang ist aufwändiger, jedoch hilft hier ein strukturiertes Management von Innovationsprojekten unter Berücksichtigung von Erfahrungswissen.

Der letzte Schritt ist die interne oder externe Vermarktung der Invention, um den Transformationsprozess zur erfolgreichen Innovation zu vervollständigen. Bei diesem Schritt ist es hilfreich zu wissen, bei welchen möglichen Abnehmern ein Lösungsbedarf nach der Invention besteht. In Summe ist Wissen damit ein Erfolgsfaktor, der zu jedem Zeitpunkt im Prozess erfolgskritisch ist.

Was für eine Rolle spielen digitale Technologien in der Wissensarbeit und welche Instrumente sind dafür sinnvoll?

Oertelt: Die Stärke von IT-Instrumenten wirkt sich umso mehr aus, je mengenmäßig größer und räumlich verteilter die Innovationsaktivitäten stattfinden. In jeder Phase des Innovationsprozesses sind digitale Technologien als Unterstützung willkommen, da sie helfen, aus Daten Wissen zu produzieren und dieses unternehmensweit zu transportieren: Für die flächendeckende Kommunikation der Innovationsstrategie über das kollektiv-kollaborative Sammeln und Bewerten von Ideen bis zur übersichtlichen Darstellungen von Daten.

Insbesondere die Entscheidungsprozesse profitieren zunehmend davon. Im aktuellen Tagungsband der KnowTech 2015 wird unter dem Titel „Datenvisualisierungen im Innovationsprozess: Von der Exploration zur Elaboration“ das Thema eingehender erläutert.

 

Oertelt_Stephan_sw(1)Dr. Stepahn Oertelt  ist Innovationsmanager im strategischen Technologie- und Innovationsmanagement der BMW Group. Auf der KnowTech 2015 spricht er zum Thema „Datenvisualisierungen im Innovationsprozess: Von der Exploration zur Elaboration“.

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